Naschkatzen-Psychiatrie






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Naschkatzen - Medizin - "A - Z incl. Buchtipps"

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Anorexie/Magersucht


Bulimie/Ess-Brechsucht


Fettsucht/Adipositas


Dysmorphophobie/Entstellungssyndrom


Orthorexie/Sucht nach gesundem Essen


Anorexie/Magersucht


Was ist Anorexie?

  • psychogene Essstörung
  • verzerrte Einstellung gegenüber Nahrungsaufnahme
  • Angst vor Übergewicht
  • erhebliches Untergewicht
  • gestörtes Körperschema
  • Krankheitsverleugnung
  • Altersgipfel zwischen dem 10. und 25. Lebensjahr
  • Sterblichkeitsrate 10%
  • die Psyche ist vom Essen völlig gefangengenommen
  • Gedanken kreisen ständig um die Nahrungseinsparung
  • manchmal übermässige sportliche Aktivität
  • BMI unter 17.5



Ursachen und Krankheitsbild

  • Zwanghafte Ablehnung und Ekel vor dem Essen: das eigene Körperbild ist stark gestört, Magersüchtige verleugnen ihre Krankheit
  • ungewöhnlicher Umgang mit Lebensmitteln
  • selbstinduziertes Erbrechen
  • Mißbrauch von Abführmitteln und/oder harntreibende Mitteln
  • Exzessives Sporttreiben: zwanghaftes Bedürfnis nach sportlicher Bewegung
  • Depressionen und Selbstmordgefahr
  • Geschlechtsrolle wird abgelehnt
  • geringes Selbstwertgefühl
  • Erfolgserlebnisse dienen der Autonomie: sich abgrenzen von anderen
  • Hass-Liebe auf die Mutter: zwischen Mutter und Nahrungsaufnahme wird unbewusst eine Verbindung hergestellt, essen bedeutet dann Verschmelzung mit der Mutter
  • starke Spannungen innerhalb der Familie



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Folgeschäden von Anorexie

  • starke Kälteempfindlichkeit, infolge der niedrigen Körpertemeratur
  • flaumartige Behaarung am Körper (Lanugobehaarung) um die Körpertemperatur auszugleichen
  • trockene schuppige Haut
  • dünne brüchige Haare, bis zum Haarausfall
  • Druckstellen an Ellbogen, Steißbein usw.
  • offene Stellen (ähnlich Dekubitus)
  • chronische Verstopfung
  • Gewichtsverlust von mind. 25 % des Ursprungskörpergewichts
  • Menstruationsbeschwerden bis hin zur Unfruchtbarkeit
  • psychisch bedingte Appetitstörung
  • Hyperaktivität
  • Depressivität
  • soziale Isolierung
  • somatische Folgen der Unterernährung
  • Mangelerscheinungen in Blutwerten durch zu weniges Essen
  • Mangelerscheinungen durch das Erbrechen können sein: Kalzium, Vitamine, Eisen, Magnesium, Spurenelemente und Mineralstoff
  • Herz-Rhythmus-Störungen
  • Schädigung des Magen und Darm durch die fehlende Aktivität und durch die zusätzliche Einnahme von Abführmitteln
  • Schlafstörungen
  • Ödeme, bedingt durch Kreislaufstörungen
  • körperliche Schädigugen zum Flüssigkeitsmangel
  • Verhungern
  • Osteoporose
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Muskelschwäche
  • Unterzuckerung






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Aussichten auf Heilung/Stillstand und Behandlung

  • Bei Verdacht auf Anorexia nervosa sollte ein genaues Protokoll über die Mahlzeiten und die Eßgewohnheiten erstellt werden
  • Ebenso wichtig ist die Abklärung, ob evtl. andere Erkrankungen Ursache für die Abmagerung sind. Zentrale Bedeutung hat die Hinterfragung der psychogenen Ursachen.
  • Psychotherapie ist die wichtigste Behandlungsform. Da Anorexia nervosa immer psychische Ursachen hat, ist eine Psychotherapie die wichtigste Behandlungsform. Welcher psychotherapeutische Ansatz sinnvoll ist, sollte erst nach dem Aufbau einer tragfähigen Beziehung zwischen Patient und Arzt entschieden werden.
  • Die Behandlung braucht Zeit. Eine ambulante psychotherapeutische Behandlung sollte möglichst vorsichtig begonnen werden. Die Behandlung selbst ist immer als langfristig anzusehen.
  • Manchmal ist eine stationäre Behandlung notwendig. Ist die ambulante Behandlung erfolglos, kann in besonders schweren Fällen auch eine stationäre Behandlung erfolgen. Dazu sollten die Patienten unbedingt in eine spezielle Fachklinik für Psychotherapie und Psychosomatische Medizin eingewiesen werden. Bei extremer Auszehrung muss zuerst für eine Gewichtszunahme gesorgt werden.
  • Selbsthilfe Betroffene und Familienangehörige finden Rat und Unterstützung in Selbsthilfeorganisationen und -gruppen.


Ca.10% sterben infolge der Anorexie. Etwa bei 30% der Patientinnen tritt eine vollständige Besserung ein d.h. sie erreichen ungefähr ihr Normalgewicht und haben regelmäßig ihre Menstruation. Eine Gewichtszunahme lässt sich bei 35 % feststellen, aber ohne das Erreichen des Normalgewichts. Bei ca. 25% der Betroffenen bleibt die Krankheit chronisch. Die verzerrte Einstellung zu Gewicht und Figur kann auch nach einer Gewichtsnormalisierung anhalten. Die Besserungschancen sind deutlich besser, wenn eine frühe Behandlung einsetzt. Bei einem sehr frühen Beginn der Erkrankung, vor dem 11. Lebensjahr, ist eine Besserung oder Heilung deutlich schlechter.


deviantart.com


Bulimie/Ess-Brechsucht


Was ist Bulimie?

  • Der Begriff "Bulimie" ist an das griechische "bulimos" angelehnt,
  • was soviel wie "Ochsenhunger" bedeutet. Einzelne Berichte über diese Krankheit gibt es bereits aus der Antike,
  • doch erst seit der Veröffentlichung von Russel (1979) wird diese Kranheit "Bulimia nervosa" genannt und in ihren
  • Eigenschaften wissenschaftlich beschrieben.

  • Bei der Ess-Brech-Sucht (Bulimie) ist das Essverhalten suchtartig gestört,
  • es wird anfallsartig alles an kalorienreicher Nahrung verschlungen, was verfügbar ist
  • ("Syndrom des leeren Kühlschranks"). Anschließend erbrechen Ess-Brech-Süchtige absichtlich auf künstliche Weise oder nehmen Appetitzügler und Abführmittel.
  • Heißhungerattacken wechseln mit Hungerphasen. Die Krankheit wird durch die krankhafte Furcht, zu dick zu werden, ausgelöst.
  • Alle anderen Lebensaspekte werden zweitrangig, das Essen oder Nicht-Essen bestimmt den Lebensinhalt.
  • Die Ess-Brech-Sucht tritt vor allem bei Frauen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren auf, in einer zunehmenden Zahl auch bei jungen Männern.
  • Überwiegend sind Frauen aus westlichen Ländern betroffen, in denen übertrieben schlanke und trainierte Körper in Werbung und Öffentlichkeit als Ideal gelten.
  • Die Bulimie ist eine ernst zu nehmende Suchtkrankheit, vergleichbar mit Alkoholkrankheit oder Drogenabhängigkeit.
  • Ohne fachkundige Hilfe und Behandlung ist für die Betroffenen in der Regel keine Heilung möglich.



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Kriterien des DSM-IV (American Psychiatric Association) für Bulimia Nervosa

  • Wiederkehrende Episoden von Essanfällen. Eine Episode ist charakterisiert durch:
  • Essensaufnahme in einer kurzen Zeitspanne (bis zu 2 Stunden), die Nahrungsmenge ist definitiv größer, als die meisten Menschen in einer vergleichbaren Zeit unter ähnlichen Umständen essen würden.
  • Ein Gefühl des Kontrollverlustes während des Essanfalles (das Essen nicht stoppen oder nicht kontrollieren zu können, was bzw. wie viel gegessen wird)
  • Wiederkehrendes, unangemessenes Kompensationsverhalten, um eine Gewichtszunahme zu verhindern, wie selbst induziertes Erbrechen, Abusus (Missbrauch) von Laxanzien, Diuretika, Klistieren oder anderer Medikation, Fasten oder exzessive sportliche Übungen.
  • Essanfälle und unangemessene Kompensationsmechanismen treten im Schnitt mindestens zwei Mal wöchentlich für drei Monate auf.
  • Die Selbstwahrnehmung ist unangemessen durch Figur- und Gewichtbeeinflussung.
  • Die Störung tritt nicht ausschließlich während Episoden einer Anorexia Nervosa auf (in dem Fall handelt es sich um Anorexia Nervosa: bulimischer Typ).

  • Hier wird noch zwischen dem purging-type (Missbrauch von Abführmitteln, Erbrechen etc.) und dem non-purging-type (Exzessiver Sport und Fasten als Gegenmaßnahmen zu Fressattacken) unterschieden.



Ursachen und Krankheitsbild

  • Die Ursachen der Krankheit sind noch nicht endgültig geklärt. Es scheint sich aber um eine Kombination von entwicklungspsychischen,
  • soziokulturellen und neurologischen Faktoren zu handeln. Insbesondere folgende Aspekte spielen eine Rolle:
  • Die Betroffenen leiden meistens unter einer gestörten Selbstwahrnehmung und/oder einer Körperschemastörung (Dysmorphophobie).
  • Wie auch die Magersüchtigen empfinden sie sich immer als zu dick, doch sind sie häufig, im Gegensatz zu den Magersüchtigen, normalgewichtig.
  • Die Ursachen der Bulimie ähneln denen der Magersucht. Nicht selten geht der Bulimie eine anorektische Phase voraus oder wechselt sich mit Phasen der Magersucht ab.
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Therapie

  • Eine Behandlung der Bulimie besteht meistens aus Psychotherapie, in der die Gründe für die Krankheit gesucht werden sowie
  • Strategien zur Bewältigung der Probleme und zur Normalisierung des Essverhaltens entwickelt werden.
  • Die Entstehungsbedingungen für das gestörte Essverhalten werden erforscht.
  • Der Betroffene lernt, seine Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen, zu benennen und einzufordern.
  • Er erarbeitet einen eigenen, realistischen Lebensentwurf.
  • Er erneuert und verbessert seine Kontaktfertigkeiten.
  • Er erarbeitet Bewältigungsmöglichkeiten für Krisensituationen.
  • Er wird in akuten Krisen beraten und erhält Hilfe.
  • Er findet alternative Verhaltensweisen, die nicht nur Stress abbauen, sondern auch Befriedigung bringen. So wird das bulimische Verhalten schrittweise ersetzt (Verhaltenstherapie).
  • Wenn möglich, wird die Familie in die Behandlung miteinbezogen.



Prognose/Aussichten auf Heilung - Stillstand

  • Von den behandelten Patienten wird ungefähr die Hälfte wieder gesund.
  • Bei einem Drittel der Betroffenen bessert sich die Essstörung, jeder Fünfte kann sich nicht aus der Sucht befreien.
  • Selbsttötungsgedanken sind bei dieser chronischen Erkrankung leider sehr häufig.
  • Vor allem unbehandelt verschieben sich die Beschwerden später von der Essstörung zu anderen Suchterkrankungen, Depressionen und Zwangserkrankungen.
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Fettsucht/Adipositas


Was ist Fettsucht?

  • "Fettsucht ist durch die übermäßige Anhäufung von Fett im Körper charakterisiert. Gewöhnlich spricht man von Fettsucht, wenn das Körpergewicht das Standardgewicht der Größe-Gewichtstabellen um 20% übersteigt. Aber dieser Index für Fettsucht stimmt bei mäßigem Übergewicht nur ungefähr. In Zukunft wird die Diagnose wahrscheinlich auf neueren und genaueren Methoden, das Körperfett zu messen, basieren. Einstweilen ist die simple Regel: >>Menschen, die fett aussehen, sind fett, für die meisten klinischen zwecke ausreichend"
  • .
  • BMI >30
  • Charakteristisch für Fettsüchtige ist, daß ihr Sättigungsgefühl beeinträchtigt ist. Sie klagen darüber, daß sie nicht aufhören können zu essen. Es kommt dagegen selten vor, daß Fettsüchtige über eine übermäßige Gier zu essen berichten. Doch sie scheinen ungemein verführbar zum essen zu sein und können nicht aufhören, solange Nahrung verfügbar ist.



Ursachen und Krankheitsbild

  • Genetische Faktoren (Erbanlage) prägen den Grundumsatz, die Nahrungsverwertung und das Fettverteilungsmuster.
  • Die Nahrungsverwertung war zu Zeiten der "Jäger und Sammler" ein wichtiges Überlebensmerkmal: wer den Überschuss in Fettzellen abspeichern konnte, konnte in Zeiten des Mangels davon zehren. Zwillingsstudien haben gezeigt, dass Übergewicht eine starke genetische Komponente hat.



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  • Fast Food
  • Leere Kalorien (hoher Fett- und KH-Gehalt ohne Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitalstoffe, Vitamine, etc)
  • Zu wenig Ballaststoffe
  • Zu wenig Bewegung
  • Schlechte Vorbilder
  • Werbung
  • Falsche Lebensgewohnheiten
  • Zu wenig gestillt als Baby
  • Computer, Videospiele, Fernsehen (alles im Sitzen)
  • Familiäre Veranlagung
  • Unterfunktion der Schilddrüse
  • Medikamente, z.B. Antidepressiva, Cortison, Betablocker, Hormonpräparate
  • Stoffwechselkrankheiten sind nur in etwa 2 % aller Fälle ursächlich für Übergewicht:
  • Schilddrüsenunterfunktion, Störungen des Kortisonhaushaltes (Cushing-Syndrom).
  • Vermutet wird auch ein Zusammenhang mit einer Infektion durch das Adenovirus des Typ HAdV-36.
Fettsucht

Therapie

  • Ernährungstherapie


  • Verhaltenstherapie


  • Bewegungstherapie


  • Medikamentöse Behandlung:
    • Spezielle Medikamente: Orlistat (Hemmt die fettspaltenden Enzyme im Darm, dadurch wird Fett an der Aufnahme gehindert – wird aber nur empfohlen, wenn die/der Betroffene einen Monat beweist, dass das Fett in der Nahrung mit Diät signifikant reduziert werden kann), Sibutramin (hemmt im Gehirn das Serotonin, den Botenstoff, der bei Nahrungsaufnahme ausgeschüttet wird und den Appetit dämpft, danach aber wieder in seine Ursprungszellen zurück strömt. Sibutramin hemmt diesen Rückstrom, dadurch wirkt Serotonin länger und der Appetit wird nachhaltiger gedämpft).



    Fettsucht/Adipositas


    Prognose/Aussichten auf Heilung - Stillstand

    • Da es sich bei Esssucht um eine noch nicht sehr lange als solche eingestufte Erkrankung handelt, gibt es kaum Langzeitstudien über Behandlungsverlauf und -erfolg. Prinzipiell muss berücksichtigt werden, dass vorhandene Zahlen sich nur auf die Gruppe der Betroffenen beziehen, die Behandlungszentren aufgesucht und sich für weitere Nachuntersuchungen zur Verfügung gestellt haben.
    • Die Krankheitsverläufe sind bei Esssucht sehr unterschiedlich. Je kürzer die Krankheitsdauer, je weniger Begleiterkrankungen und misslungene Behandlungsversuche es also gibt, desto besser sind auch die Heilungschancen. Behandlungsziel ist eine Veränderung der Einstellung zum Essen. Sowohl bei konfliktorientierten als auch symptomorientierten Behandlungsansätzen werden durchschnittlich 33 bis 39 Prozent der Erkrankten symptomfrei, bei insgesamt 80 Prozent tritt eine Verbesserung der Symptomatik ein. Problematische Verläufe bestehen bei gleichzeitigem Auftreten von anderen Abhängigkeiten bzw. Süchten, Suizidversuch und Borderline-Persönlichkeitsstörungen.


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    Dysmorphophobie/Entstellungssyndrom


    Was ist Dysmorphophobie?

  • Nach dem DSM-IV (amerikanisches Handbuch für Diagnose und Statistik bei seelischen Störungen) ist Dysmorphophobie eine eigenständige, nicht wahnhafte somatoforme Störung mit den folgenden Kennzeichen:
  • Die Betroffenen beschäftigen sich übermäßig mit einem eingebildeten Mangel oder einer Entstellung der äußeren Erscheinung. Bei einer eventuell vorhandenen leichten körperlichen Anomalie ist die Besorgnis stark übertrieben
  • Die übermäßige Beschäftigung erzeugt einen klinisch relevanten Leidensdruck oder Beeinträchtigungen im sozialen, beruflichen oder einem anderen wichtigen Lebensbereich
  • Die übermäßige Beschäftigung wird nicht durch eine andere psychische Störung (zum Beispiel Anorexia nervosa) besser erklärt



  • Ursachen und Krankheitsbild

  • Über die Hintergründe einer solchen Störung ist bisher wenig bekannt geworden. Der Grund wurde bereits angesprochen:
    Diese Patienten suchen alle möglichen Therapeuten auf, von der Kosmetikerin bis zum plastischen Chirurgen - nur nicht diejenigen, die die psychologischen Ursachen am besten beurteilen könnten: Psychiater, Nervenärzte und Psychologen. So gibt es letztlich wenig gesichertes Wissen zur Psychologie der körperdysmorphen Störungen.



  • Wie äußert sich das Krankheitsbild?

  • Die Betroffenen denken an nichts anderes, reden über nichts anderes, sind in ihrem scheinbaren Mangel gefangen.
  • Viele Betroffene erleben sich als hässlich, abstoßend, lächerlich, obgleich sie meist unauffällig aussehen.
  • Oder sie empfinden leichte körperliche (eigentlich eher markante) Veränderungen als Anomalität. Die Vorstellung der Hässlichkeit bezieht sich auf alle möglichen Aspekte, vor allem aber das Gesicht: Nase, Mund, Wangen, Kinn, Lippen (Form und Größe), Zunge, Zähne (Stellung, Form und Farbe), Kiefer und Ohren (Größe, Symmetrie, Form), ferner Haare, insbesondere Gesichtsbehaarung und Bartwuchs. Im weiteren Körperbereich Größe und Gewicht, Hände und Beine, Genitalien, Gesäß, Bauch, Schultern, Hüften u. a. Oder auf der sogenannten vegetativen Ebene Schweiß- und Errötungsneigung, Fettpolsterverteilung usw.


    Prognose/Aussichten auf Heilung - Stillstand

  • Die besten Ergebnisse wurden mit einer kognitiven Verhaltenstherapie erzielt. Hier wird kombiniert mit der Exposition des betreffenden Körperteils gearbeitet, sowie mit der Umstrukturierung negativer Gedanken. Der Aufmerksamkeitsfokus soll erweitert werden, so daß die Person sich nicht ausschließlich durch ihr Aussehen definiert und feststellt, daß andere Men-schen sie auch nicht nur darüber definieren.

  • Bei einer besonders schweren Symptomatik, starker beruflicher und sozialer Beeinträchtigung sowie starker depressiver Symptome, sollten aber keinesfalls als alleinige Methode angewandt werden, da sich nach Absetzen des Medikamentes in der Regel die ursprüngliche Symptomatik wieder einstellt.


  • Erfolgsquote

  • Da bislang noch nicht viele Studien durchgeführt werden, kann man jetzt keine genauen Zahlen nennen.

  • Im Vergleich zur rein medikamentösen Therapie ist die kognitive Verhaltenstherapie aber deutlich überlegen.

  • Bei den meisten Menschen kann eine deutliche Besserung erzielt werden, manchmal verschwinden die Symptome aber auch vollständig.
  • Entscheidend ist die konsequente Mitarbeit der Patienten und Kompetenz des Therapeuten.


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    Orthorexie/Sucht nach gesundem Essen


    Was ist Orthorexie ?

  • Der Begriff Orthorexie (griech.: orthós „der richtige“ und órexi „Appetit“) soll darauf anspielen, dass die Betroffenen ein krankhaftes Verlangen haben, sich möglichst „gesund“ zu ernähren.

  • Der Begriff wurde erstmals vom amerikanischen Arzt Steven Bratman im Oktober 1997 in Anlehnung an die Bezeichnung „Anorexia nervosa“ geprägt.

  • Steven Bratman, der jahrelang spezielle Diäten sowohl bei sich selbst, als auch bei seinen Patienten praktiziert hat, habe bei sich und vielen Gleichgesinnten krankhafte Muster im Umgang mit dem Thema Essen entdeckt.

  • Problematisch seien vor allen Ernährungsphilosophien mit stark ideologischer Komponente, die ihren Anhängern beispielsweise den Schutz vor Krankheiten aller Art versprechen.


  • Ursachen und Krankheitsbild

  • Im Bestreben, sich von einer bestimmten Essstörung zu kurieren, oder einfach nur aus einem extremen Verlangen nach einer gesunden Ernährung entwickeln die von Orthorexie Betroffenen ihre eigenen spezifischen Essgewohnheiten.
  • Im Gegensatz zur "klassischen" Bulimie oder Magersucht steht hier also nicht die Quantität der Nahrungsmittel im Vordergrund, sondern deren Qualität.
  • So neigen Orthorektikerinnen z. B. dazu, beim Ausgehen eine „Überlebensration“ ihrer eigenen Lebensmittel mitzunehmen, da sie sich aus Furch vor Fett, Chemikalien oder anderen speziellen Nahrungsmittelphobien nicht in der Lage sehen, „gewöhnliche“ Lebensmittel zu essen.

  • Orthorektikerinnen planen ihre Nahrungsaufnahme oft schon über Tage im Voraus nach ihren selbst auferlegten Ernährungsvorschriften und ihre Einteilung in „gesund“ und „ungesund“ wird mit der Zeit immer strenger.
  • Selbst bei einer bereits streng veganen Kost lassen die Betroffenen dann noch immer mehr Lebensmittel weg, die z. B. potentiell krebs- oder allergieauslösend sind. Dadurch kommt es zwangsläufig zu Mangelerscheinungen und Untergewicht,
  • eine durchaus lebensbedrohliche Kombination.



  • Folgen der Erkrankung

    „I was eventually saved from the doom of eternal health-food addiction through two fortuitous events.
    The first occurred when my guru in eating--a vegan headed toward fruitarianism--suddenly abandoned his quest.
    'A revelation came to me last night in a dream,' he said. 'Rather than eat my sprouts alone,
    it would be better for me to share a pizza with some friends.' “

    Steven Bratman



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